Der erste Augenblick entscheidet!? – Zwischen Quote und Qualität bei der Betreuung von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen
Fachtagung der LAG FW NRW am 21.09.2016


LAG NWInzwischen kann man auch bei diesem Thema sagen, Glück oder Unglück wohin der Jugendliche seine Verteilung erhält. Grundsätzlich ist ein minderjähriger unbegleiteter Flüchtling in NRW gut aufgehoben. Das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport, wie die Landesjugendämter und die freie Wohlfahrtspflege arbeiten einvernehmlich zusammen und versuchen, trotz der großen Herausforderungen zwischen November 2015 und April 2016 so schnell wie möglich und nach den allgemeinen Standards der Jugendhilfe entsprechende Angebote für die unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen aufzubauen. Das ist weitgehend gelungen, auch wenn es sicherlich grundsätzlich und zu diesem Thema bestimmt, Verbesserungsnotwendigkeiten gibt.

Große Sorge bereiten allerdings mehrere Faktoren. Die Ungleichheit in den Bundesländern gepaart mit der Haltung, was unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen an Unterstützung benötigen, die Einstellung einzelner Jugendämter mit der gleichen Fragestellung, aber auch die evtl. anstehende Gesetzesreform des SGB VIII, wo diverse Bundesländer versuchen Einfluss zu nehmen, damit es niedrigere Standards für unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen gibt.


In NRW gibt es trotzdem noch einige Schwierigkeiten, die sich sowohl auf den Schulbesuch, Ausbildungsstellen, Anerkennung von Abschlüssen und Fähigkeiten wie aber auch auf die zügige Bestellung eines Vormundes beziehen. Eine schwierige Frage ist auch das Thema Asyl bzw. Asylantrag. Dazu hört man aus dem Teilnehmerkreis fragwürdige Praktiken in den einzelnen Städten und Ämtern.


Begrüßenswert war die Initiative der Veranstalter einige ehemalige unbegleitete minderjährige Flüchtlinge einzuladen und Möglichkeiten zum Gespräch zu geben. Aus den Aussagen der jungen Menschen können sowohl Politik wie aber auch die Kollegen aus der Praxis einige Rückschlüsse ziehen und einiges lernen. Bewundernswert waren zudem die guten Deutschkenntnisse, die die jungen Menschen sich innerhalb kürzester Zeit angeeignet haben.


Vorträge von Frau Dr. Steinbüchel, Verteilstellen beim LVR für das Land NRW und Frau Schwarz, Bundesverbandes der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen e.V. gaben den Teilnehmern einen tieferen Einblick über den derzeitigen Sachstand.
Die abschließende Podiumsdiskussion mit Frau Margret Voßeler, Ausschuss für Familie, Kinder und Jugend der Landesregierung NRW, Herrn Manfred Walhorn, Abteilungsleiter im Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen, Frau Ulrike Schwarz Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge e.V. und Frau Helga Siemens-Weibring, Vorsitzende des AA Familien, Jugend und Frauen der LAG freie Wohlfahrtspflege NRW benannten die Themen nochmal und es wurden Notwendigkeiten und Forderungen formulierten.

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Berichterstattung der LAG FW NRW

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