2016_06_29_Fachtagung LWLEine Tagung vom Landesjugendamt Westfalen - Lippe und der freien Wohlfahrtspflege. Eingeladen sind neben den Fachkräften, Eltern und Jugendliche. Ein Novum. Die gemeinsame Diskussion wird spannend werden. Zunächst führt Prof. Merchel, Fachhochschule Münster in das Thema ein. 2014 haben 150.000 junge Menschen und ihre Familien haben Hilfe nach dem SGB VIII bekommen. Das ist eine Quote von 4:100 Kindern. An Kosten bedeutet das 2,3 Millionen Euro und stellt eine Kostensteigerung von 46,5 % in fünf Jahren da. Die Gründe dafür sind bekannt. Der größte Anteil liegt in der finanziellen Absicherung der Familien. 27,7 % der Kinder in NRW sind von Armut bedroht bzw. arm.

Kinder, die mit ihren Müttern alleine wohnen, trifft dieses Schicksal noch deutlicher. Als neues Thema kommen die Flüchtlingsfamilien bzw. die allein reisenden minderjährigen Flüchtlinge hinzu. Die Hilfen, die gewährt werden, werden allerdings zu etwa 59% unplanmäßig beendet. Hier stellt sich die dringende Frage, woran das liegt. Fragen, die das Thema Partizipation, Wunsch und Wahlrecht, passgenaue Hilfen und andere Themen betreffen, stellen sich immer wieder. Diesmal sollen diese Fragen mit Eltern, Kindern und Jugendlichen besprochen werden. Ca. 1/3 der Teilnehmer sind tatsächlich Familienmitglieder, die in unterschiedlichen Hilfesettings betreut werden. Erste Erkenntnisse werden in den Tischrunden deutlich. Jugendliche berichten davon, dass sie in Kindergarten und Schule keinen geeigneten Ansprechpartner gefunden haben, oder es einfach nicht aufgefallen ist, dass es ihnen schlecht ging. Eltern erzählen, dass sie nicht gewusst hätten, wo sich hinwenden könnten und auch vorbehalte gehabt hätten. Kolleginnen und Kollegen aus den Jugendämtern berichten von versäulten Systemen, einschränkenden Vorgaben und rechtlichen Hindernissen, um schnell, kreativ und unkompliziert Unterstützung leisten zu können. „Schnelle und unkomplizierte Hilfe“ war bei alleine Teilnehmern ein Thema, egal ob Kolleginnen und Kollegen der Jugendämter, der freien Wohlfahrtspflege oder Eltern bzw. Jugendliche. Vieles dauert zu lange, es wird zu viel ausprobiert, bevor die passende Hilfe angeboten wird. Diese und noch weitere Themen konnten in der Tagung benannt und als Tagungsdokumentation mitgeschrieben werden. (Die genaue Auswertung wird noch erfolgen.) Wir hoffen, dass diese Erkenntnisse in die zukünftigen Gestaltungsprozesse in den Hilfen zur Erziehung und evtl. sogar zur Gesetzgebung bzw. bei der Reform des SGB VIII Gehör finden.

Das allgemeine und wichtigste Fazit ist jedoch der gelungene Start des gemeinsamen Dialoges zwischen Fachleuten und Familien.

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