AGkE MV 2016Gut 40 Trägervertreter und Mitglieder der Fachkonferenzen waren der Einladung zur AGkE Mitgliederversammlung gefolgt.

Als Gast und thematischen Referenten sprach Herr Prof. Dr. Butterwegge, em. Professor der Universität Köln zum Thema Armut und Bildung.

Hierbei stellte er zuerst die Frage, ob Bildung die einzige Strategie gegen Armut sei, zumal die Personen, Parteien und Regierungen, die diese These aufstellen, gelichzeitig nichts dazu tun, dass alle Menschen den gleichen unproblematischen Zugang zur Bildung haben.
Von der anderen Seite betrachtet heißt dieses also, wenn man nicht die nötigen finanziellen Mittel hat, kann man nicht unbedingt an den Bildungsmaßnahmen teilnehmen, die man benötigt. Das gleiche gilt für kulturelle und soziale Teilhabe.

Bevor man sich diesen Thesen und den dazugehören Gegenstrategien widmet, muss man jedoch Begriffsbestimmung, Zahlen und Ursachenforschung widmen. Zunächst unterscheidet man zwischen absoluter Armut (d.h. die Grundbedürfnisse können nicht befriedigt werden) und relativer Armut (die Befriedigung der Grundbedürfnisse ist gesichert. Man ist jedoch arm im Vergleich zum Wohlstand, in deren Umfeld man lebt.). Insofern ist relative Armut immer zu verstehen, in dessen Kontext die Armut oder der arme Mensch sich befindet.
Herr Prof. Butterwegge stellt drei Ursachen in den Mittelpunkt:

1. Globalisierung
2. Demontage des Sozialstaates
3. Unsoziale Steuerpolitik

Durch die Deregulierung des Arbeitsmarktes (Leiharbeit, Minijobs, Honorarverträge und Teilzeitarbeit = Niedriglohnsektor) wird die Erwerbs- und Altersarmut provoziert. Der Abbau der Sozialleistungen (siehe Hartz IV) verursacht die Verarmung von Langzeitarbeitslosen. Die geltende Steuerpolitik fördert den verhindert eine gerechte Umverteilung.

Der Vortrag von Prof. Butterwegge hatte viele Thesen, die zur regen Diskussion aber auch zum Nachdenken anregt, welche sozialpolitischen Strategien Caritas entwickeln und vertreten sollte, um die soziale Ungerechtigkeit in Deutschland zu bekämpfen.

Die Mitgliederversammlung entlastet den Vorstand nach der Aussprache zum Tätigkeitsbericht. Es gibt zudem aktuelle Berichterstattungen zur SGB VIII Reform und zur LAG Kampagne zur Durchsetzungen besserer Standards und einer auskömmlichen Refinanzierung für den schulischen Ganztag.
In der Mitgliederversammlung 2017 wird ein neuer Vorstand gewählt. Hierfür wird geworben, zumal zwei Vorstandsmitglieder ausscheiden werden.

Zum Schluss wird Margret Zerres, langjähriges ehemaliges Vorstandsmitglied aus der Mitgliederversammlung verabschiedet, da sie zum Ende des Jahres in den Wohlverdienten Ruhestand geht. Margret Zerres war eine zuverlässige, fachlich kompetente Partnerinder AGkE und in der Vorstandsarbeit, so dass der Abschied eine große Lücke hinterlassen wird.

Impressionen aus der MV 2016

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