“ALL YOU NEED IS LOVE?” – Gesund bleiben im Arbeitsfeld der ambulanten Hilfen zur Erziehung (Fachtagung der BVkE Forumskonferenz II)

BVkE RollupDie Forumskonferenz hat sich in diesem Jahr ein wichtiges aber auch gleichzeitig ein schwieriges Thema vorgenommen. Dass es das aktuelle Interesse der Fach- und Führungskräfte in den ambulanten Erziehungshilfen getroffen hat, zeigte die ausgebuchte Veranstaltung. Mit Prof. Dr. Georg Schürgers und Prof. Frank Bettinger wurden zwei Hauptreferenten eingeladen, die sowohl den mentalen – emotionalen, wie den kognitiven Teil des Themas abdecken.

Der erste Tag war somit der Stressbewältigung bzw. der Prophylaxe zum Thema Stress gewidmet. Herr Prof. Dr. Schürgers gab einen komplexen Einblick wie der Mensch reagiert und wie Veränderungspotentiale geweckt und genutzt werden können. Dabei gab es zwei wichtige Aussagen. Zum einen „viel Arbeit bedeutet nicht immer Stress“ und die „die positiven kollegialen Bezüge stellen einen wesentlichen Schutzfaktor zum Thema Überforderung und Stress dar“. Ein weiterer Schutzfaktor ist Bewegung. Ausreichend regelmäßige körperliche Anstrengungen im Sinne eines Ausdauersports sind sehr empfehlenswert.

Trotzdem ist das Problem nicht zu unterschätzen. Deutschland hat als einer der reichsten Länder eine hohe Rate an depressiven Erkrankungen. Verschiedene Kontextbedingungen lassen darauf schließen, dass sie schädlich sind für die seelische Gesundheit. Dazu gehören die ständige Sorge um die Zukunft, große Informationsflut, ständige Neustrukturierungen, unklare Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit, Anonymität und fehlender Sinn des Daseins. Gesunderhaltende Faktoren sind gute Beziehungssysteme im Arbeitskontext, intaktes Privatleben, Möglichkeit zur Kreativität und Bildung und junge Potentiale im Team.

Die Phasen des BurnOut kann man wie folgt beschreiben und erkennen:

•Hohe Anforderung

•Hyperaktivität

•Verunsicherung

•Erschöpfungsphase

•Desorganisation

•Depression

Die anschließenden Workshops widmeten sich verschiedenen Methoden der Gesunderhaltung wie z.B. Qui Gong / Thai Chi, Selbstfürsorge oder Work-Life-Balance. Unter der Überschrift „Den Verhältnissen die Stirn bieten“ hat am folgenden Tag Prof. Bettinger gesellschaftliche, sozialpolitische und historische Entwicklung ausgezeigt. Er hat sehr deutlich den sozialpolitischen Auftrage der Sozialen Arbeit betont und die kritischen Frage gestellt, ob dieser Auftrag wirklich noch erfüllt wird.

Drei Fragen hat er dazu formuliert:

•Warum ist es in diesem Land so ruhig?

•Warum ist es in der sozialen Arbeit so ruhig?

•Warum ist es an den Hochschulen so ruhig?

Einfache aber doch sehr zielführende Fragen zur kritischen Selbstüberprüfung. Diese Fragen sind zudem mit der generellen Frage verbunden, ob es gewollt und gewünscht ist kritisch zu sein?

Ein herausragender und anspruchsvoller Vortrag, der wachgerüttelt hat, der nachwirkt und der einen immens großen Handlungsbedarf deutlich macht.

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