Ein ver-rücktes Leben – Kinder psychisch kranker Eltern

Einladungsflyer2015Der Fachtag der AGkE griff ein aktuelles Thema auf, dass auf der einen Seite nicht neu ist, auf der anderen Seite trotzdem ein „großes Thema“ in der Jugend- und Erziehungshilfe ist. Und das ist aufgrund der von Prof. Dr. Michael Borg-Laufs von der Hochschule Niederrhein und Hauptreferent des Fachtages vorgelegten Zahlen nachvollziehbar.

Etwa 3 % der erwachsenen Bevölkerung leidet in seinem Leben an Depressionen und hatte einmal eine depressive Episode. Je 1 % der Erwachsenen haben Persönlichkeitsstörungen oder eine schizophrene Erkrankung. Also ca. 5 % der Erwachsenen haben psychiatrische Probleme. Psychische Erkrankungen sind unterschiedlich gut behandelbar. Die Anzahl der Kinder, die mit Elternteilen zusammenleben, die psychisch erkrankt sind, ist wesentlich größer. Eltern, die akut psychisch krank sind, können je nach Intensität der Erkrankungen, die Bedürfnisse ihrer Kinder nicht erkennen und/oder nicht erfüllen.

Die Kinder leiden unter der Situation in unterschiedlicher Weise. Sie werden in ihre Grundbedürfnisse nicht ausreichend versorgt, was nicht nur die physiologischen Bedürfnisse angeht, sondern auch Bindungsmöglichkeiten, Sicherheit und Selbstwert. Umso jünger die Kinder sind, umso stärker sind die Schädigungspotentiale der Unterversorgung. Verstärkt werden die Belastungen der Kinder durch Verantwortungsübernahme für den kranken Elternteil oder für Geschwister. Kinder mit psychisch kranken Eltern sind hoch belastet und in großer Not.

Nach der Einführung in einige Krankheitsbilder beschäftigt Herr Prof. Dr. Borg-Laufs sich mit den Anforderungen der professionellen Seite, um Kinder und Jugendlichen adäquat helfen zu können. Eine große „Baustelle“ ist die Haltung und Zusammenarbeit der Systeme, hier allen voran der Erwachsenenpsychiatrie und der Jugendhilfe. Aber auch Kindergarten und Schule müssen sich mit diesem Thema intensiver beschäftigen und mit dem Helfersystem vernetzten. Zudem ist Wissen und methodische Kompetenz für die pädagogischen Fachkräfte ein Thema für die Zukunft. Im nachmittäglichen Workshopbereich wurden verschiedene Ansätze vorgestellt, wie Eltern und Kinder erreicht und unterstützt werden können. So können es Sprechstunden der Erziehungshilfe in der Erwachsenenpsychiatrie (Hanna Mahnke, CV Gladbeck) sein, aber auch Gruppenarbeit (Melissa Odrjlin, AWO Mülheim), im Sinne der Selbsthilfe und Stärkung für Kinder und Eltern, sowie Hilfeansätze im Schulbereich Oliver Beres, Caritas-Sozialdienste Mülheim).

Ein intensiver Fachtag, der deutlich macht, dass die Kolleginnen und Kollegen der Erziehungshilfe mit dem Thema „Kinder psychisch kranker Eltern“ noch länger beschäftigt sein werden.

Eindrücke vom Fachtag

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