Caritas fordert regelmäßige Corona-Tests und frühere Impfungen für Erzieher in der Jugendhilfe
„Träger der Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen werden allein gelassen“
 
Testen Impfen HomeschoolingBesseren Gesundheitsschutz in der Corona-Pandemie für die Mitarbeitenden in der Kinder- und Jugendhilfe fordert die Caritas in NRW. "Erzieherinnen und Erzieher in den stationären Einrichtungen und ambulanten Diensten der Kinder- und Jugendhilfe müssen genauso kostenlose PCR-Testungen erhalten wie Lehrer und Kita-Mitarbeitende", sagt Heinz-Josef Kessmann, Sprecher der Caritasdirektoren in NRW. Die Caritas fordert landesweit regelmäßige Testungen für diese Berufsgruppe und einen Gesundheitsschutz analog der Krankenhäuser oder Altenpflegeheime.
 
"Die Erzieherinnen und Erzieher leisten täglich intensive Beziehungsarbeit, pädagogische Betreuung und alltägliche Versorgung von oft traumatisierten Kindern und Jugendlichen, die mit Abstandsregeln nicht geleistet werden kann", heißt es in einem Positionspapier, das die Caritas in NRW an Jugendminister Stamp (FDP) geschickt hat. "Die Erzieher müssen bei einer Corona-Infektion oft in der sogenannten Schleusenquarantäne weiterarbeiten, um die Versorgung der anvertrauten Kinder und Jugendlichen sicher zu stellen", sagt Kessmann. Kinderheime und ambulante Hilfen zur Erziehung erfüllten kinderschutzrechtliche Funktionen und seien anders als die Schulen nicht geschlossen.
 
Die Caritas fordere daher auch eine Einbeziehung dieser Berufsgruppe in die Stufe 3 der Impfstrategie des Landes. "Die Erzieher dienen der Sicherung des Kindeswohls und erfüllen eine für das Gemeinwesen relevante Funktion", sagt Kessmann. Sie seien durch Kontakte zu Familien in prekären Milieus gefährdet, die Hygiene-Regeln und den Corona-Schutz vernachlässigten. Die Caritas kritisiert, dass die Träger der Kinder- und Jugendhilfe in der Pandemie mit vielen Problemen von den politisch Verantwortlichen auf Bundes- und Landesebene bislang allein gelassen würden. Es sei völlig unverständlich, dass Hilfen zur Erziehung nicht gleich behandelt würden wie Kitas und Schulen.
 
Für die Kinder und Jugendlichen in den Einrichtungen fordert die Caritas eine Ausstattung mit EDV-Geräten zur Teilnahme am Home-Schooling und für die Träger der Einrichtungen die Finanzierung der entsprechenden IT-Infrastruktur.
 
Das Positionspapier der Caritas in NRW steht hier zum Download.
 
(Quelle: Caritas in NRW - Markus Lahrmann)