Schulsozialarbeit in NRW fordern Masterplan

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Sie sind Ansprechpartner für Kinder und Jugendliche in den Schulen: Schulsozialarbeiter gibt es auch an der Martin-von-Tours-Grundschule in Mülheim.

Essen. Das Land sichert die Finanzierung von 1000 Schulsozialarbeitern in NRW. Träger kritisieren: Beschäftigte hängen trotzdem in der Luft. 

Nach der Ankündigung der NRW-Landesregierung, Schulsozialarbeit in NRW dauerhaft zu finanzieren, fordern Verbände einen Masterplan für die Weiterentwicklung dieser Angebote an Grund- und weiterführenden Schulen. Wolfgang Foltin, Ehrenvorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft Schulsozialarbeit, sagte, es brauche nun klare Konzepte, um landesweite Qualitätsstandards zu schaffen.

„Es ist ein Meilenstein, dass das Land endlich unserer Forderung nach einer dauerhaften Finanzierung der Schulsozialarbeit nachgekommen ist“, so Foltin. „Jetzt brauchen wir Konzepte, damit Kinder in NRW unabhängig von ihrem Wohnort Schulsozialarbeit nach den gleichen Qualitätsstandards erleben.“

Land will 1000 Schulsozialarbeiter-Stellen dauerhaft fördern

Karl-Josef LaumannNRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) und Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) hatten in einer Grundsatzeinigung am 26. August erklärt, die Weiterfinanzierung von 1000 Schulsozialarbeiter-Stellen sicherzustellen. Damit haben sie auf langjährige Forderungen von Verbänden, Städten und der Opposition reagiert.

Konkret geht es um Fachkräfte, deren Stellen einst im Rahmen eines Bundesprogrammes in den Kommunen geschaffen und deren Finanzierung seit dem Ausscheiden des Bundes das Land und anteilig die Kommunen stemmen. Die Landesgelder mit einem jährlichen Gesamtvolumen von 47,7 Millionen Euro sind wiederholt befristet worden, das aktuelle Programm wäre Ende 2020 ausgelaufen. Jetzt soll die Zuwendung verstetigt werden.

Träger fürchten um ihre Rolle in der Schulsozialarbeit

Träger der Freien Wohlfahrt in NRW kritisieren, dass trotzdem keine Klarheit für ihre Beschäftigten bestehe. Denn bisher habe das Land nicht erklärt, ob es an dem Trägermodell in Kooperation mit der Kinder- und Jugendhilfe festhalte werde, sagte Martina Lorra, Diözesan-Referentin beim Caritasverband für das Bistum Essen. „Schulsozialarbeit muss weiter in der Jugendhilfe verankert bleiben. So kann eine enge Vernetzung zwischen Schule und Angeboten der Jugendhilfe in der Kommune gewährleistet werden.“

Bisher werden die Landesgelder über die Städte an freie Träger der Jugendhilfe wie die Caritas oder Awo weitergeleitet. Sollten die 1000 Stellen der bislang in der Jugendhilfe angestellten Schulsozialarbeiter in den Landesdienst übergeben, sähen sich die freien Träger der Jugendhilfe außen vor. Das wäre ein herber Schlag, heißt es aus der Freien Wohlfahrt. Die Unruhe sei groß, so Lorra. Unklar sei, ob die Beschäftigten ihre Jobs behalten. Das Schulministerium verweist darauf, mit den Beteiligten an der Konzeption für die Aufgaben und Zuständigkeiten für Schulsozialarbeit und Schnittstelle zur Jugendhilfe weiterzuarbeiten.

Landeselternkonferenz fordert Ausbau der Schulsozialarbeit

In NRW gibt es laut Landeselternkonferenz an jeder dritten Schule Sozialarbeiter. Rund 1130 weitere Stellen sind bereits im Landesdienst, die Städte finanzieren vielfach weitere Fachkräfte. Die Landeselternkonferenz fordert einen Ausbau der Schulsozialarbeit und eine Fachkraft je 150 Schüler. Bis dahin sei es aber noch ein langer, aber zwingend notwendiger Weg.

(Quelle: WAZ + Stephanie Weltmann, 02.09.2020, 10.55 Uhr)

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